Richtig wiegen – Zählen Sie die inneren Werte!

Richtig wiegen – Zählen Sie die inneren Werte!

27.11.2018

Das Körpergewicht ist ein Wert, der zunächst wenig aussagt. Damit kann im Verlauf eine Ab- oder Zunahme angegeben werden, nicht jedoch, ob und in welchen Anteilen Muskeln, Körperfett, Körperwasser oder sogar Knochenmasse zu- oder abgenommen haben. Moderne Personenwaagen, sogenannte Diagnosewaagen, messen neben dem Gewicht häufig auch diese Werte und berechnen den Body-Mass-Index (BMI). Diagnosewaagen können die Messwerte auch im Verlauf aufzeichnen. So können sie Ihnen dabei helfen, proaktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun.

In einem kurzen Überblick erklären wir, was sich hinter den einzelnen Werten verbirgt.

BMI – Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index, auch Körpermasseindex genannt, setzt Größe und Gewicht eines Menschen miteinander in Beziehung. Zur Berechnung wird die Körper-Masse (also das Körpergewicht) durch die Körpergröße im Quadrat geteilt (kg/m²). Der BMI setzt sich nur aus Körpergröße und Gewicht zusammen und ist daher ein eher unscharfer Richtwert. Die individuell verschiedene Zusammensetzung der Körpermasse (Körperwasser, Körperfett, Muskelmasse etc.) wird bei der Berechnung des BMI nicht berücksichtigt.

Wie berechnet sich der BMI?


BMI =
Körpergewicht in kg / (Körpergröße in m)²


Gewichtsklassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Erwachsenen anhand des BMI:

Kategorie BMI (kg/m²)
starkes Untergewicht < 16,00
mäßiges Untergewicht 16,0 - < 17,0
leichtes Untergewicht 17,0 - < 18,5
Normalgewicht 18,5 - < 25,0
Präadipositas 25,0 - < 30,0
Adipositas Grad I 30,0 - < 35,0
Adipositas Grad II 35,0 - < 40,0
Adipositas Grad III ≥ 40,0

Körperfettanteil

Mit dem Körperfettanteil wird angegeben, wie hoch der Anteil angelagerten Körperfettes in Bezug auf die Gesamtmasse ist. Körperfett dient als Energiespeicher. Es ist außerdem Produzent vieler Botenstoffe, dient der Isolation und schützt vor Druck, etwa in den Fußsohlen. Fettdepots sind daher wichtig für die Gesundheit und, wie so oft, ist nur zu viel ungesund. Je nach Alter und Geschlecht wird von unterschiedlichen Richtwerten ausgegangen. Laut den von Dr. Dympna Gallagher an der New Yorker Columbia Universität erarbeiteten und allgemein anerkannten Referenzwerten liegt ein gesunder Anteil bei normalgewichtigen Frauen bei 21 bis 36 %, bei Männern bei ungefähr 8 bis 25 %. Der Körperfettanteil steigt im Laufe des Lebens eher an.

Körperwasser

Wenn Menschen an Gewicht zu- oder abnehmen, kann dies an allen Bestandteilen der Gesamtmasse und besonders auch am Anteil des Körperwassers liegen. Es kann davon ausgegangen werden, dass bei erwachsenen Menschen der Wasseranteil ca. 50 – 65 % des Gesamtgewichts ausmacht. Für normalgewichtige Personen gibt die Weltgesundheitsorganisation WHO diese Richtwerte an:

  • Kinder 60-75% (m/w)
  • Frauen 50-55% (ohne Altersangabe)
  • Männer 60-65% (ohne Altersangabe)

Bereits das Körperfett enthält ca. 25 % Wasser, mageres Muskelgewebe ca. 75 %. Auch der Ausdruck »Knochentrocken« ist eigentlich nicht ganz zutreffend, um etwas sehr Trockenes zu beschreiben: Knochen bestehen immerhin zu 22 % aus Wasser. Der Anteil des Körperwassers kann also z. B. einen Hinweis darauf geben, ob im Körper Wassereinlagerungen bestehen. Auch diese Werte unterliegen gewissen Schwankungen. Zur Feststellung von Veränderungen des Körperwasseranteils ist daher eine kontinuierliche Messung am besten geeignet.


Knochenmasse

Der Anteil der Knochenmasse am Gesamtgewicht beträgt bei normalgewichtigen Menschen ca. 10-15 %. Bis ca. zum 30. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse zu, es werden also mehr Knochen auf- als abgebaut. Danach verändert sich dieses Verhältnis und die Knochenmasse nimmt von Jahr zu Jahr ab. Ein beschleunigter Abbau von Knochenmasse kann auf Krankheiten wie z. B. Osteoporose hindeuten – aber auch hier gilt es, sich professionell beraten zu lassen: Ihr Arzt oder Ihre Ärztin können Risiken einschätzen und gemessene Werte im Gesamtzusammenhang beurteilen.

Muskelanteil

Mit diesem Wert wird gemessen, wie hoch der Anteil an Muskulatur im Verhältnis zur Gesamtmasse ist. Auch der Muskelanteil ist eine dynamische Größe und bei jedem Menschen unterschiedlich. Leistungssportler etwa haben logischerweise einen höheren Muskelanteil als Menschen, deren Bewegungsprogramm hauptsächlich aus Spaziergängen besteht. Was – von Extremfällen abgesehen – »gesünder« ist, hängt wie immer von den individuellen Voraussetzungen ab.

Funktionsweise Diagnosewaagen

Waage

Diagnosewaagen ermitteln die Körperanteile mit einer Widerstandsmessung, der Bioelektrischen-Impedanz-Analyse (B.I.A.). Innerhalb von Sekunden wird dabei kaum spürbarer Strom durch den Körper geleitet und der Widerstand gemessen. Durch die Berücksichtigung von Konstanten wie Alter, Geschlecht, Aktivitätsgrad und Größe können Werte wie Körperfettanteil, Muskelanteil usw. ermittelt werden. Muskelgewebe und Wasser leiten Strom gut, Knochen und Fettgewebe haben eine geringere Leitfähigkeit. Vereinfacht gesagt wird gemessen, was am anderen Ende noch ankommt. Daraus kann geschlossen werden, auf welchen Widerstand der Strom getroffen ist, woraus sich wiederum die Zusammensetzung dieser »Hindernisse« ableiten lässt.

Diesen Strom bemerken wir nicht, er kann sich jedoch auf elektronische Implantate, wie z. B. Herzschrittmacher, auswirken und diese stören. Daher sollten Diagnosewaagen nicht von Personen genutzt werden, die einen Herzschrittmacher oder ein ähnliches Implantat tragen. Sie können zur Gewichtskontrolle eine elektronische oder mechanische Waage nutzen. Damit lässt sich das Gewicht verlässlich kontrollieren. Diese Waagen sind oft mit komfortablen Zusatzfunktionen, wie z. B. einer großen Digitalanzeige, Personenerkennung oder einer Sprachansage ausgestattet.

Diagnosewaagen, die zusätzlich zu den Elektroden für die Füße noch über Elektroden für die Hände verfügen, liefern im Allgemeinen exaktere Ergebnisse. Hier wird ein größerer Messbereich abgedeckt, sodass eine unterschiedliche Verteilung der verschiedenen Bestandteile besser erfasst werden kann. Diagnosewaagen ermitteln Annäherungswerte, die sich aber gut zur Verlaufskontrolle eignen können. Arzt oder Ärztin können mit medizinischen Methoden eine exaktere Messung von Körperfett, Körperwasser, Muskelanteil und Knochenmasse durchführen.

Wie messe ich meine Körperwerte richtig?

Regelmäßigkeit bei der Messung ist sinnvoll, denn ein einzelner Wert ist immer nur eine Momentaufnahme und gibt keine Auskunft über Veränderungen und nur wenig Hinweise auf den Gesundheitszustand. Deshalb verfügen viele Diagnosewaagen auch über eine Speicherfunktion, mit welcher die gemessenen Werte aufgezeichnet werden können. Wenn Sie nicht nur Ihr Gewicht kontrollieren oder das Training überwachen möchten, sondern mögliche Krankheiten ein Thema sind, sollten Sie die Diagnose Arzt oder Ärztin überlassen. Dann können die von Ihnen notierten Werte eine gute Hilfe dabei sein, Ihren Gesundheitszustand besser einzuschätzen.


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