Mensch auf blühender Wiese

Helfer in der Allergie-Saison

19.02.2019

Jedes Jahr, wenn es wärmer wird und die Blütezeit beginnt, fliegen sie wieder, die Pollen. Für Pollen-Allergiker ist das Frühjahr nicht nur die Zeit, in der die Sonne sich öfter blicken lässt und die Tage länger werden, sondern auch die Zeit, in der die Beschwerden und der Heuschnupfen wieder anfangen. Während Probleme mit Hausstaub insbesondere in der Heizperiode und – wie der Name schon sagt – in Wohnräumen auftreten, fliegen die Pollen von Frühjahr bis Herbst insbesondere im Freien durch die Luft, können aber natürlich auch in die Wohnräume gelangen.

Heuschnupfen, auch Pollenallergie oder Pollinosis genannt, tritt vorwiegend in der Hauptblühperiode im Frühjahr und Sommer auf. Im Gegensatz zu dieser saisonal auftretenden allergischen Rhinitis steht der allergische Dauerschnupfen. Dieser wird durch andere Allergene, wie Tierhaare, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben, ausgelöst. In einer groß angelegten »Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland« hat das Robert Koch-Institut erhoben, dass 16,5 % der Frauen und 13,0 % der Männer im Laufe ihres Lebens von Heuschnupfen betroffen sind. Allergische Reaktionen auf Pollen sind die am weitesten verbreitete Form von Allergien in Deutschland, gefolgt von Allergien gegen Tierhaare (z. B. Katzenhaare, Ziege, Angora), Hausstaub und Schimmelpilze. Die Symptome des Heuschnupfens sind z. B. eine Entzündung der Nasenschleimhaut und Erkrankungen der Atemwege. Das äußert sich etwa durch Augenjucken und tränende Augen, Schnupfen, häufiges Niesen und eine verstopfte Nase. Heuschnupfen kann außerdem zu Atemnot führen und allergisches Asthma begünstigen.
 

Allergien sind eine Überreaktion des Immunsystems gegenüber körperfremden Stoffen, die eigentlich bei normalem Aufkommen, etwa in der Luft, keine Gefahr bedeuten. Ob eine Allergie vorhanden ist, kann von einer Fachärztin oder einem Facharzt festgestellt werden. In diesem Artikel geben wir ein paar Tipps, wie Sie neben einer eventuellen Behandlung mit Medikamenten besser mit einer Allergie leben können. Dabei geht es zunächst um Heuschnupfen, viele Hinweise sind aber auch auf andere Allergien übertragbar.


Wann sind welche Pollen in der Luft?

Haselstrauchblüten im Schnee
Haselsträucher können bereits im Januar blühen

Die Blütenpollen von Gräsern, Bäumen und anderen Pflanzen lösen die allergischen Reaktionen aus. Hier ist es hilfreich, zu wissen, welche Pollenart auslösend wirkt und wenn das festgestellt ist, wann diese Pollen in der Luft sind – und wie viele davon. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst hat auf Grundlage einer eigenen Datenerhebung in den Jahren 2011 bis 2016 einen Pollenflugkalender erstellt, der einen Überblick über das Jahr bietet.

Tagesaktuelle »Flugdaten« erhalten Sie auf Wetter-Webseiten, etwa beim Deutschen Wetterdienst (DWD) oder in Apps für das Smartphone. Beim Pollenflug kann zwischen verschiedenen Intensitäten unterschieden werden. Je nachdem, wie viele Pollen gerade in der Luft sind, steigt die Belastung für den Organismus an. Wenn Sie Heuschnupfen haben und es Sie nach draußen zieht, können Sie sich insbesondere mit den tagesaktuellen Informationen vorbereiten und sich auf die zu erwartende Belastung einstellen. Der Jahreskalender kann Hinweise darauf geben, in welchen Monaten Sie mit geringen oder keinen Beschwerden rechnen müssen und zu welchen Jahreszeiten starke Belastungen zu erwarten sind.

Fliegen Pollen auch in der Wohnung?

Die Wohnung ist kein hermetisch abgeriegelter Raum und daher gelangen Pollen auch in die Wohnung, z.B. beim Lüften, aber auch auf Kleidungsstücken und an den Schuhen. Für ein gesundes Raumklima und um Schimmel in der Wohnung vorzubeugen, kann auf das Lüften nicht verzichtet werden. Mit einem Luftreinigungsgerät oder einem Luftwäscher/Luftreinigungsgerät in Kombination können Pollen und weitere allergieauslösende Stoffe jedoch gefiltert werden. Kleidung, insbesondere Bettwäsche und Kissen, am besten nicht auf dem Balkon trocknen, wenn die Pollen fliegen.

Pollen Weidekätzchen

Tipps für zu Hause

  • In der Wohnung können Luftreiniger oder Luftwäscher genutzt werden. Mit einem entsprechenden Filter versehen, reinigen diese Geräte die Luft von Staub und Pollen. Schadstoffe wie Formaldehyd oder Feinstaub können ebenfalls gefiltert werden.
  • Um mit der Kleidung weniger Pollen in das Schlafzimmer zu tragen, können sich Allergiker z.B. in einem anderen Raum umziehen.
  • Waschen Sie die Bettwäsche häufig. Achten Sie auf spezielle, für Allergiker geeignete Kissen, Bettdecken und Matratzen sowie entsprechende Bezüge.
  • Kleidung und Bettwäsche nicht auf dem Balkon trocknen.
  • Waschen Sie die Haare vor dem Zu-Bett-Gehen oder sobald Sie zu Hause sind. In den Haaren werden viele Pollen in die Wohnung getragen.
  • Wenn es möglich ist, sollten Sie statt Teppichboden Laminat, Fliesen, Kork oder andere glatte Böden verlegen.
  • Häufiges Saugen bzw. Wischen hilft, die Pollenanzahl in der Wohnung möglichst gering zu halten.
  • Für die Fenster gibt es spezielle Pollenschutzgitter, die das Eindringen von Pollen beim Lüften verhindern sollen.
  • Je nachdem, ob Sie auf dem Land oder in der Stadt wohnen, ist die Pollenbelastung je nach Tageszeit unterschiedlich hoch. Auf dem Land sind am Morgen mehr Pollen in der Luft, in der Stadt am Abend. Das liegt daran, dass Pollen hauptsächlich vom Morgen bis zum Mittag freigesetzt werden und dann in ländlichen Gebieten in höhere Luftschichten aufsteigen. Am Abend senken sie sich dann mit der kühler werdenden Luft über Stadtgebieten ab.
  • Daher auf der grünen Wiese am besten abends lüften (19–24 Uhr), in der großen Stadt morgens (zwischen 6 und 8 Uhr).
  • Lüften Sie eher nach einem Regen als währenddessen, weil dann die Luft noch besser gereinigt ist.
  • Vorsicht kann allerdings bei Gewitter angezeigt sein, dann leiden einige Allergiker sogar unter sogenanntem »Gewitter-Asthma«. Bei Gewitter werden vermehrt Gräserpollen in die Luft abgegeben. Durch den Regen platzen die Pollen und die allergieauslösenden Partikel werden feiner und können daher besser bis in die unteren Atemwege gelangen.

Allergie-Tipps für unterwegs

  • Im Wetterbericht werden Hinweise auf die zu erwartende Belastung an Ihrem Wohnort gegeben. Hier ist die örtliche Tageszeitung eventuell genauer als der überregionale Fernseh- oder Radiosender. Auch Wetterseiten im Internet und Smartphone-Apps bieten ortsbezogene Informationen.
  • Wenn Sie draußen unterwegs sind, kann eine Brille oder Sonnenbrille einen Teil der Pollen von den Augen fernhalten.
  • Mit Nasenspülungen mit Salzlösung (0,9%) werden Allergene aus der Nase entfernt. Sie können täglich angewandt werden.
  • Urlaub mit Heuschnupfen: Wenn Sie es einrichten können, verreisen Sie dann, wenn die Belastung am Wohnort am höchsten ist. Bergluft ab 1.200 Höhenmetern und Meeresluft enthält weniger Pollen. Geeignete Urlaubsziele können Sie mit Ihrem behandelnden Allergologen besprechen.


Medikamente und Inhalationsgeräte

Tabletten, etwa mit Cortison oder einem Antihistaminikum, oder auch Kombinationen von Nasenspray und Augentropfen gegen Heuschnupfen sind oft genutzte Mittel. Eine andere Möglichkeit der Medikamentengabe, die besonders für Asthmatiker geeignet ist, ist die der Inhalation mit fein aufgelöstem Wirkstoffnebel. Im Gegensatz zur Inhalation mit Wasserdampf werden die Wirkstoffe im Vernebler wesentlich feiner aufgelöst. Die Partikelgröße beträgt bei Anwendungen für die unteren Atemwege nur zwischen 2,9 und 4,2 µm (Mikrometer). Moderne Inhalationsgeräte sind häufig sehr komfortabel in der Anwendung, manche können sogar im Liegen oder anderen Positionen genutzt werden und sind deshalb besonders für kleinere Kinder geeignet.
Erhöhte Feinstaubbelastungen verstärken die Reaktion auf Pollen und den Heuschnupfen. Sie sollen mitverantwortlich sein für die starke Zunahme an Allergieerkrankungen in den letzten 25 Jahren. Auch die Erderwärmung dürfte eine Rolle spielen, denn Pflanzen blühen so früher und länger. Mit der richtigen Hygiene, einem Blick auf die aktuelle Pollenfluglage und den anderen hier vorgestellten Maßnahmen wie Luftreinigung und richtiges Lüften können Sie den lästigen Symptomen aktiv entgegenwirken und so für ein wenig Linderung sorgen.

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